Mozarts frühe Liebe in der Nachbarschaft - Die Mozartlieb

Die Familie des Hofkanzlers und Geheimen Kanzleidirektors Franz Felix von Mölk war mit der Familie Mozart sehr befreundet. Anna Barbara von Mölk, eine Tochter des Kanzlers, auch Betty oder Waberl genannt, pflegte ein Vertrauensverhältnis zu Nannerl Mozart und wurde von Wolfgang Amadeus besonders verehrt.

Aus einem Brief Leopold Mozarts, Mailand 12.12.1772:

... "dass der Wolfg: der Frl.: Waberl die Menuet nicht gegeben, war ein fehler, den sie ihm verzeihen wird, wenn sie bedenkt, dass er ein flüchtiger Mensch ist, der leicht lich etwas in die vergessenheit bringt. warum er aber auf die Frl.: Barisani eher gedacht, ist eine ganz natürliche Ursache, die man zu sagen nicht nötig hat." Auch zwei Jahre zuvor war Mozart der Waberl gegenüber nur höflich respektvoll - sein Brief an Nannerl, Rom 25.4.1770:

..."dite al signor de Mölk, che mi rallegro, e mi congratullo con lei, che il suo sig: padre stä meglio di salute, e che lo prego, di farmi quel piacere, di far il mio rispetto in vece di me al suo sig: padre, e sigra: Madre e sigra: sorella, e fratello, e cognato, e cucina, e a tutto e tutti."

Dazwischen schrieb aber Mozart an seine Schwester, Mailand 13.9.1771:

... "Ich schreibe nur deswegen, damit ich ... schreibe: mir ist es zwar ungelegen, weil ich einen starken Katarrh und Strauchen habe. Sage der Fräulein W. von Mölk, dass ich mich recht auf Salzburg wieder freue, damit ich nur wieder ein solches Präsent für die Menuette bekommen kann wo, wie ich es bey derselben Akademie bekommen habe: sie weiss es hernach schon."

178o war die Freundschaft immer noch aufrecht; Brief Mozarts an seinen Vater, München 1.12.178o:

..."fr: Babette v: Mölk bitte meine Empfehlung zu machen, und, da sie von meinen vielen geschäften dermalen überzeugt ist, wird sie mir schon verzeihen, dass ich meinem versprechen gemäss, ihr noch nicht geschrieben. ich gratuliere ihr von herzen zu ihrem Namenstag."

Auf die Mozartlieb wurde sowohl in der Ausstellung "Salzburg zur Zeit der Mozart" im Jahre 1991 (siehe Katalog Seite 99 f.) als auch in Rudolph Angermüllers Buch "Ich johannes Chrisostomus Amadeus Wolfgangus sigismundus Mozart - 'Eine Autobiographie'", Verlag K.H.Bock 1991, S. 47, hingewiesen ...

Dr. Christian Walderdorff Salzburg, 14. August 1992









Ein Wunsch frei



Horch, Deine Wächter erheben die Stimme,
sie beginnen alle zu jubeln.

Denn sie sehen mit eigenen Augen,
wie der Herr nach Zion zurückkehrt

(Lesung 25.12.99 Jes 52,7-10)


Jetzt ist die Zeit der Gnade.



Kleinere und größeren Kriege, Erdbeben, Drogen, Katastrophen und sonstiges Elend wie Streit&Krach Familien/Ehen die Seele und Herz zermürben...

Ist das diese Zeit? Auch hier, im Haus Wartenberg gibt es bis auf letztgenannte Gattung von Unglück ähnliches zu erleben und berichten: Wasserrohrbrüche, löchriges Dach, sturmfallende Bäume, ausfallendes Personal, Mäuseplage...

Verstellt uns das „Negative“ den Blick auf das Himmlische ?

Was ist mit dieser Zeit der Gnade, mit dem Jubeljahr und mit der Wiederkunft des Retters der Welt, auf dem die Menschheit tausende Jahre, und wir Christen in dieser Zeit besonders warten ?

Kann man den Himmel fordern, seine Aufgabe an uns Menschen zu erfüllen ?

Wenn es so ist , daß wir Kinder Gottes sind, dann muß er doch was tun für uns !

Vielleicht kann man doch von der Fülle ermessen, die uns als Königskindern zusteht und die auf uns wartet!

Oft bemerkt man das erst im Rückblick: Ein altes jüdisches Sprichwort sagt, daß man die Engel erst erkennt, wenn sie wieder vorübergegangen sind. So ist es auch mir ergangen, als ich vor 7 Jahren nach einen anstrengenden Tag um 3h Früh einen ungewöhnlich und unerwarteten Besuch bekam.

Plötzlich war der Raum vor der Küche mit einer merkwürdigen Frage erfüllt, die von einem Wesen kam. Sein Aussehen kann ich nicht beschreiben, ich habe es nicht gesehen. Es überkam mich aber eine ganz feierliche Stimmung und in dieser Atmosphäre schwebte ein großes Geschenk:

„Johannes, Du hast einen Wunsch frei !“

Ich war erschrocken – was für eine Frage!

Jetzt ist es mir Gewißheit, daß ein Engel vor mir stand – denn nur ein Engel kann so eine Frage stellen.

Wäre es eine Fee, ein Zauberer oder am wahrscheinlichten ein Flaschengeist gewesen, ich hätte sofort 1000 weiter Wünsche bestellt, aber einen Engel kann man nicht tricksen.

So mußte ich rasch eine Entscheidung treffen, einen so hohen Gast darf man nicht lange warten lassen...

Da stand ich nun in aller Frühe vor meinem (leeren)Tresor am engen Gang – einem vollkommen unwürdigen Empfangsraum für einen himmlischen Boten - und überflog die offenen Bedürfnisse:: Auto, neues Dach, neue Türen und Fenster, Reisen in die weite Welt, Koch der nicht davonläuft wenn die Arbeit überhandnimmt, liebende Ehefrau, die das alles – incl. mir - erträgt...

aber das konnte ich irgendwie auch selber , ohne göttliche Hilfe schaffen - dachte ich mir. Ich müßte mich nur ein bißchen mehr anstrengen. Und die Dinge, die ich nicht erreichen kann - brauche ich sie wirklich so dringend, daß ich damit einen Engel bemühen sollte ? Und Gesundheit ? - die muß ich doch spätestens beim Tod wieder abgeben..

Ich erkannte, daß ich mir etwas wünschen muß, was ich nicht mehr verlieren kann, was ewig ist.

Ich war verzweifelt - sah den Engel schon wieder abfliegen -

Da kam aber so ein Wort dahergeschwebt, daß wohl auch in der Umgebung dieses Engels beheimatet sein muß – vielleicht ist es nur so auf mich übergesprungen; wußte auch nicht, was es zu bedeuten hatte denn damals hatte ich noch keine bewußte Erfahrung mit Gott gemacht, die Bibel nicht gekannt und die Messe nur sehr unwillig, nur aus Tradition und nicht aus Liebe besucht.

Das Wort war:

Gnade.

„Lieber Engel, ich wünsche mir ...Gnade !“

Kaum ausgesprochen, durchströmte mich ein Kribbeln durch meinen ganzen Körper - und ich wußte, daß es genau der richtige Wunsch war, auch wenn ich noch nicht gewußt habe, was ich mir da eigentlich wünsche.

Jetzt weiß ich, daß sich der Engel gefreut hat. Bin den Heiligen Geist sehr dankbar für dies Einsprechung !

Die Muttergottes sagt wiederholt: Es ist die Zeit der Gnade.

Für mich kann ich wirklich sagen: ich habe Gnade bekommen ! Trotz vieler Schwierigkeiten und meiner Schwächen leite ich schon 10 Jahre das Restaurant. Viele liebe Gäste, sind zu Freunden geworden und viele Freunde kommen weiter als Gäste. Geht ein Koch, so kommt der Nächste von selber – immer zur rechten Zeit, meistens im letzten Moment geht alles gut. Reisen nach Indien, Sri Lanka, Lourdes Rom und Jerusalem gehen sich auch immer wieder aus und bestärken mich, daß ich ein vom Glück begünstigter bin. Besonders das Gebet ist mir Wirklichkeit geworden: mehr als 1000 Wünsche, wurden für mich und andere erfüllt – es stimmt: alle Gebete werden erhört !

Einer bleibt: die Zeit der Gnade zu nützen, meine Talente zu mehren und Haus und Hof, Dach und Keller, Schrift und Zahlenverkehr ordentlich in Griff zu bekommen... um dieses Jahr besonders den Vater im Himmel zu erwarten.

Wenn es wirklich ein Engel war, und der Wunsch langsam sichtbar in Erfüllung geht, dann werdet Ihr immer wieder etwas von dieser Gnade im Haus Wartenberg bemerken. Und von dieser soll auch für Euch genügend abfallen: bitte macht auch selber von dieser einfachen Bitte gebrauch – in diesem Jubeljahr steht der Himmel besonders weit offen und freut sich, wenn man seinen Dienst in Anspruch nimmt. (zB.: Jubiläumsablaß – täglich erlangbar !)

Seid herzlich bedankt für Euer Kommen und Eueren Beitrag, den ihr so für den Erhalt des Hauses leistet –

Mit den Besten Wünschen in diesem Jubeljahr

Johannes
= Gott ist Gnade

Geht und verkündet, daß Himmelreich ist nahe !




Engel und Esel
oder
Die Eselsfreude

(Warum es durchaus von Vorteil
sein kann, ein Esel zu sein.)

Sekulare Kurzfassung

Josef beschließt zur Volkszählung aufzubrechen, der Esel hüpft und landet auf Marias Fuß. Trotz dieser Reiseerschwernis kommen alle glücklich im Stall zu Bethlehem an, worüber sich besonders der Esel freuen kann.

„Toleranz Anmerkung“ am oberen Rande:

Es müssen Freuden Luftsprungtänze gewesen sein; Denn niemand darf jemanden anderen, auch wenn er ein Esel ist. böse Absichten unterstellen!


Ausgeblühmte 4 seitige Antwort auf die Frage:

Was war die Freude des Esels?

Traditionelle Weihnachtsleser verweise ich hier auf Waggerl, der hat das sicher schon ordentlich beschrieben. Da ich aber keine Zeit zum Nachlesen habe, bzw. keine Zeit, das Waggerl Buch zu suchen, so spekuliere ich:

Der arme Esel hat einfach deswegen vor Freude getanzt, weil er von seiner wunderbaren Erwählung gehört hat, für den höchsten der Höchsten und der Königin der Engel arbeiten zu dürfen. Denn was vielen Exegeten verborgen ist: Esel sehen Engel-(Num 22,23) und Esel bekommen als erstes den Ruf, das Wort Gottes zu tragen. Joh,12-14

Aber wie geschah das?

Als der Engel Gabriel Maria die Botschaft brachte, mußte er zuerst beim Stall vorbei, und da war der Esel, und der Ordnung halber, hat der Erzengel auch diesem Geschöpf den Plan Gottes geoffenbart und höflich um seine Zustimmung gebeten: Mußte denn nicht auch der Esel JA sagen? Ohne das Ja des Esels, wäre doch Maria nicht rechtzeitig im Stall von Bethlehem gewesen! - Und das Ja sagen fällt bekanntlich einem Esel viel einfacher, als allen anderen Geschöpfen dieser Erde: Denn ein Esel kann nur I JA sagen, immer nur I JA!!

Das Ja war also Gabriel gewiß. Aber der Herr kennt die Seinen, und er weiß, daß mit Ausnahme von Maria und anderen allerhöchst Heiligen alle Geschöpfe, besonders die Esel, Motivation brauchen. So bekam er als allerestes Geschöpf Einblick in den göttlichen Heilsplan.

Nun, der Dialog Engel und Esel ist zwar nicht überliefert, aber leicht nachzuvollziehen, da ja Engel in der Regel nur die Hl Schrift zitieren.

Ein Motivationsimpuls der Extraklasse, damit der Esel 8 1/2 Monate

später den weiten Weg mit Freude antreten , und den Stall von Bethlehem finde konnte. .

Viel zum Essen bekommt ja so ein Stadtesel nicht, und so war der erste Motivationsimpuls – der wirkt immer – das gute Essen:

„Die Rinder und Esel, die dir bei der Arbeit helfen, bekommen würziges Futter zu fressen, das man mit Schaufel und Gabel gemischt hat. Auf allen hohen Bergen und stattlichen Hügeln gibt es Bäche voll Wasser am Tag des großen Mordens, wenn die Türme einstürzen.
30,24-25“

Steht bei Jesaja. Auch erklärt dieser Prophet, warum der Esel – nur so kann es gewesen sein – den Stall zu Bethlehem gefunden hat:

„Der Ochse kennt seinen Besitzerund der Esel die Krippe seines Herrn..“

ein klarer Beweis für die Routen Unterweisung.

So geht langsam klar hervor, daß der liebe Gott als erstes auf das Wohl des Esels geachtet hat: In der Krippe bekam er den 5 Stern Komfort, den er in keiner Herberge bekommen hätte, die ja bekanntlich in Saisonzeiten auch ihre Ställe an die Reisenden zu Wucherpreisen vermieteten, die armen Tiere mußten da sicher mit windigen und kalten Freiplätzen vorlieb nehmen...

Der Esel hatte fast neun Monate Zeit, um diese Botschaft und seine Erwählung und seine Vorrangstellung zu verarbeiten. Immer wieder dachte er an die letzten Worte des Engels; und sie vielen ihm wieder ein, als Maria, von Josef mit der Meldung überrascht, schnell nach Bethlehem aufbrechen zu müssen, die Reisedecke über den Eselsrücken gelegt hatte. Da diese Reisedecke sehr kostbares Spezialdesign war, welches sogar ein Windeltransport Feature hatte, wußte der Esel in diesem Moment genau, das nun er an der Reihe war. Und so I A te er:

Juble, Tochter Zion! Jauchze, Israel!
Freu dich, und frohlocke von ganzem Herzen,
Tochter Jerusalem! (Zef 3,14)

Ein Jauchzer, der schon hunderte Jahre das Volk Israel begleitet und die Freude über den erwarteten Erlöser beschreibt. Da kann doch nicht einmal ein Esel still stehen, wenn er plötzlich bemerkt, daß die Prophezeiung wahr wird!

Und genau diese Freude des Bewußtseins seiner Erwählung dürfte den Luftsprungtanz ausgelöst haben: Endlich wird er gebraucht!

Esel ist eben Esel, und wenn ein Esel sich freut, dann springt er halt in die Luft und vergißt für einen Moment die strengen Auflagen der Auserwählung, nämlich ganz besonders sorgfältig und achtsam die kostbare Fracht zu befördern.

Und so passierte eben das Malheur: Maria bekam einen Freudentritt auf ihre Haus - Sandale ab!

Sie dachte natürlich nicht, daß der Esel etwas Böswilliges getan hätte, - treu nach dem göttlichen Grundsatz, im Nächsten, selbst sei er ein Esel, immer das Beste anzunehmen, aber die Zehen taten ihr schon weh danach.

Sie hat sich aber nicht abhalten lassen, dem Esel bis zu seiner verheißenen Krippe zu folgen, in stiller Demut, den anderen Geschöpfen, trotzt eigener Not, den Vortritt zu lassen. Denn die Geschichten von der Herbergsuche sind allemal Phantasie von Wirtshausfeinden!

Ganz klar, mit göttlicher Logik besehen, daß der Schöpfer alle seine Geschöpfe liebt, und alle, die den Schöpfer lieben, lieben ebenso seine Geschöpfe, auch wenn sie noch die größten Esel sein sollten.

So kann man sich das bei Maria denken. Maria hat ja auch noch an den Ochs gedacht, der sonst alleine Weihnachten feiern hätte müssen.

Sollten wir da nicht alle jauchzen und jubeln, obzwar so einer großen Vorsehung für uns. Wer feiert denn schon gerne Weihnachten alleine ?

Wer würde denn gerne anstatt vor einer einfachen Krippe, jedesmal zum 24. Dezember ein riesen Bethlehem –Hilton oder Sheraton aufbauen wollen, oder eine Geburtsklinik oder einen Herodespalast mit Welness und Yoga Zonen? Das könnte sich doch niemand leisten, und wäre nur etwas für die paar Prozent Reiche auf dieser Welt. Aber Ein Stück Rinde, Moos, ein paar Figuren – das kann jeder aufbauen.

Ist man Hirte, erkennt man sich in den Hirten wieder, hat man mehr Geld, dann bleibt nur noch Ochs und Esel übrig, in denen man sich wiederfinden könnte. Der Ochs, das Urbild des „Work o Holy“, und der Esel, das Beispiel für die auserwählten Menschen, die nie zu dumm sind, den richtigen Weg zum Futtertrog zu finden und, wie diese Geschichte zeigt, anderen auf die Zehen zusteigen und zu Ungunsten der himmlischen Familie, für sich trotzdem das Beste erhalten – und – so ist die göttliche Logik, am Schluß sind alle glücklich!

Für allemal ist aufgezeigt, dass dem lieben Gott lieber ein satter, fröhlicher Esel bei seiner Krippe ist, als dass er selber für sich irgendeinen Komfort beanspruchen würde. Was bleibt uns noch?

Nun, wir können nicht viel, aber wir können ihn wenigstens in der Krippe besuchen. Auch wenn der Lebensweg des öfteren mühsam und beschwerlich ist, am Ende können wir uns immer dafür bedanken, dass er arm geworden ist, um uns reich zu machen, und dass für uns die Futtertröge gefüllt sind, und gefüllt sein werden, wenn wir dann von Bethlehem ins himmlische Jerusalem den Platz an seinem Hochzeitsmahl einnehmen dürfen.

Auch ich möchte mich bedanken, bei Euch, daß ihr mich besucht und für´s Futter oder die Nacht bezahlt habt, oder an mich gedacht habt,

und beim Herrgott, dass er mir auch hin und wieder ein paar Esel geschickt hat, die mir auf die Zehen getreten sind.

Er hat er mich bewahrt vor Feuer (am Allerheiligentag) und Wasser (Großwasserschaden im Juni) und mir die nötigen Mittel geschenkt, damit ich mir einen neuen Wasser-Feuer Ofen für die Küche anschaffen konnte: Trotz Türmeinsturzes sind meine Gäste im September mit dem erst möglichen Flug aus USA für 3 Monate gekommen – so dürfte das Wirtschaftsjahr wieder ein Erfolg werden.

Das Mitarbeiter Team hat sich ordentlich verstärkt und ich bin nun professionell gerüstet, den Weihnachtstreß einigermaßen zu bewältigen, und mindestens Drei Sterne im nächsten Jahr zu erreichen.

So sei hier auch diesen meinen guten Geistern gedankt: Lalith, mein alter/neuer Oberkellner aus Sri Lanka, Johannes, der Hüttenbauer und Haushofmeister mit Sanierungsdrang, der nebenbei auch das Personal verarztet, Sophie, die erst vor kurzem engagiert worden ist, um die Männernachlässigkeiten mit großer Mühe zu beheben, und mein Projekt des neuen Outfits umzusetzten Gedankt sei auch meinen Zimmermädchen Dragita und Nada, den vielen Aushilfen, allen voran Stephanie und Ferdinand, die mir hin und wieder ermöglichen, wochenends auszubüchsen!

Auch darf ich die Engel nicht vergessen – immerhin – sie besuchen uns plötzlich, verbreiten riesen Freude, man kann Sie nicht binden, und ihre Verweildauer bestimmen sie selber, - wenn man sie überhaupt zu Gesicht bekommt. Das ist nun einmal so bei Engel. Doch lassen einen leuchtenden Stern zurück: sie setzten Zeichen der Hoffnung geben Trost auf die Ewigkeit und sind unverzichtbare Motivationskanonen! (zumindest für Esel)

Auch wenn ich lieber an den Futtertrögen im Bethlehem Stall äsen würde...

Ich bleibe Wirt, mein Haus steht allen offen, die hungrig, durstig und (kurzzeitig) ein Dach in der Festspielstadt brauchen.

Denn Jesus hat ja gesagt, ich war hungrig, und ihr habt mir nicht zu essen gegeben... So freue ich mich, wenn Ihr mich wieder besucht, damit ich dem Auftrag der Verköstigung weiter nachgehen kann,

Gruß aus dem Wartenberg Jerusalem

Johannes

P.S.: Bitte Weihnachtsamnestie für die Länge des Briefes !

Weitere Quellen: Jeseia 1,3 Der Ochse kennt seinen Besitzer und der Esel die Krippe seines Herrn; Israel aber hat keine Erkenntnis, mein Volk hat keine Einsicht. Lk 2,16

Johannes 12,14 Jesus fand einen jungen Esel und setzte sich darauf - wie es in der Schrift heißt:

Sacharia 9,9 Juble laut, Tochter Zion! Jauchze, Tochter Jerusalem! Siehe, dein König kommt zu dir. Er ist gerecht und hilft; er ist demütig und reitet auf einem Esel, auf einem Fohlen, dem Jungen einer Eselin. Zef 3,14; Mt 21,5


Portrait





Johannes Wächter, ein Gastwirt aus Salzburg mit großem Missionsauftrag

Beten verändert die Welt

Von Alexa Gaspari

Haus Wartenberg in Salzburg: Ein romantischer, barocker Gasthof aus dem Jahr 1686 mit einem malerischen, verwinkelten Innenleben, alten Bauernkästen und liebevoll ausgestattet mit pittoresken Details, gemütliche Gasträume und eine heimelige Stube, in der wir wunderbar bewirtet werden. Ein großer Saal wie aus der Ritterzeit, doch mit zwei überlebensgroßen Marienbildern (eines davon die Muttergottes von Guadalupe). Alles hier strahlt eine Atmosphäre der Geborgenheit aus.

Tja, hier läßt sich gut ausruhen und auftanken. Auch gibt es im Haus jede Menge christliche Literatur zu entdecken. Johannes Wächter, Besitzer des kleinen Hotels, kann nämlich einem guten Buch, vor allem mit anspruchsvollem, glaubensvertiefendem Inhalt, kaum widerstehen.

In einem der gemütlichen Zimmer beginnen wir unser Gespräch. 1965 in Wien als viertes von sieben Kindern geboren, hat er eine sorgenfreie, frohe Kindheit “bis zur Geburt der nächsten Schwester", wie er mir schmunzelnd erzählt. Der Vater ist ein vielbeschäftigter Mann, der viel unterwegs ist. Ist er aber daheim, ist es schön, erinnert sich Johannes. Sonntags in die Kirche gehen, findet der Bub damals eher fad - aber es gehörte dazu.

Später stellen die Eltern es den Kindern frei, ob sie in die Kirche gehen wollen oder nicht. Verbringt er dann den Sonntagvormittag im Bett, stellt er jedesmal fest, daß ihm etwas abgeht. Nachdem der Vater zum Diakon geweiht wird, geht Johannes ihm zuliebe regelmäßiger in die Kirche.

Am liebsten erinnert er sich an die Sonntagsmessen im Tiroler Fieberbrunn bei der Großmutter. Sie war evangelisch gewesen und ist als Erwachsene zum katholischen Glauben übergetreten. Die Großmutter geht jeden Tag in die Messe, und die Kinder merken wie wichtig ihr dieser Tagesbeginn ist. Die Atmosphäre in der Bauernpfarre - alle sind sonntags festlich gekleidet - ist eine wichtige Erinnerung für den Buben, der dann auf dem Schoß der Großmutter sitzen darf. Die Bibelzitate, mit denen die Großmutter das Leben der Familienmitglieder kommentiert und würzt, bleiben auch unvergessen.

Heute ist Johannes froh, daß ihn die Eltern eine Zeitlang dazu angehalten haben, in die Kirche zu gehen. Da ist viel Gutes und Wahres wie selbstverständlich hängengeblieben. “Es war eine Art Impfung, die wir da bekommen haben. Später wußte ich einfach, was gut ist und was nicht."

Die Schule ist nicht seine Leidenschaft, allerdings ist er heute noch für den Religionsunterricht, den er in der Albertus Magnus Schule und später bei den Marianisten hatte, dankbar.

In dieser Zeit des Heranwachsens spielt die Suche nach Gott jedoch keine bewußte Rolle. Mit 17 fährt Johannes zwar mit Bekannten nach Medjugorje, aber für ihn ist es eigentlich nur Erlebnis-Tourismus. Lächelnd gesteht er, daß er sich einen Stein, über dem Maria erschienen ist,von dort mitgenommen hat .

Nach der Matura geht er zum Bundesheer, wird Leutnant der Reserve, studiert kurze Zeit und macht schließlich die Hotelfachschule. Er möchte nämlich recht bald für eine Familie sorgen können, denn er ist verlobt. Nach Abschluß der Schule bietet sich die Möglichkeit für ein Jahr nach Amerika zu gehen, um Praxis zu erwerben. Außerdem gibt es da in Salzburg das Haus Wartenberg, das der Vater von der Großmutter übernommen hat. Es ist zwar verpachtet, doch die Familie plant, es einmal selbst zu führen.

Auf Grund verschiedener Umstände wird das, rascher als geplant, verwirklicht: Johannes kehrt schon nach einem halben Jahr intensiven USA-Aufenthalts - manchmal hat er im Hotel 7 Jobs auf einmal -, in die Heimat zurück. Er übernimmt zunächst das Restaurant im Haus Wartenberg und seine Mutter die Pension. Er arbeitet hart. Das ist gut so, denn er hat einen großen Schmerz zu überwinden: die Verlobung wurde gelöst. Johannes merkt zum ersten Mal, daß nicht alles im Leben so läuft wie geplant auch wenn er sich sehr darum bemüht hat.

Das Zusammenleben mit den Eltern, die gemeinsame Arbeit gestalten sich schwieriger als gedacht. Johannes fühlt sich überwacht und beobachtet. Meinungsverschiedenheiten und Konflikte, hauptsächlich mit der Mutter, mehren sich. Lächelnd erinnert er sich: “Am liebsten hätten wir uns gegenseitig hinausgejagt. Ich wußte wohl, daß ich die Mauer, die wir zwischen uns aufgebaut hatten, niederreißen müßte, doch ich wußte nicht wie."

Da ergibt sich die Gelegenheit, mit dem Malteserdienst bei einer Krankenwallfahrt nach Lourdes als Helfer mitzufahren. Von dem Wallfahrtsort weiß er so gut wie nichts. Johannes ist froh, für kurze Zeit von zu Hause wegzukommen. Lourdes beeindruckt ihn zunächst nicht. Das Helfen ist anstrengender, als gedacht, vor allem wegen des griesgrämigen, gelähmten Gastarbeiters, den er zu betreuen hat. So nützt er die Zeit der Messen für ein Schläfchen.

Da sich bei seinem Patienten nichts ändert denkt sich Johannes: “Jetzt probier' ich es einmal mit Gebet." Das hat Drago noch nie gemacht und so betet Johannes vor. Der Kranke saugt seine Worte wie ein Schwamm auf.

“Die Veränderung, die in den Tagen darauf in dem Mann stattfand, war unglaublich: er hat so viel Fröhlichkeit ausgestrahlt, war richtig lieb geworden, obwohl sich äußerlich nichts an seiner traurigen Situation verändert hatte." Das bewegt Johannes zu einem langen Gespräch mit einem Priester. Dieser erklärt ihm, er müsse zunächst eine persönliche Glaubenserfahrung machen. Davon lebe die Kirche: von den ganz persönlichen Begegnungen mit Gott. “Such', mach' deine Augen auf, schau, wo du eine ganz persönliche Berührung mit dem lieben Gott hast", trug er ihm auf. “Ich bin dann zur Erscheinungsgrotte gegangen und habe folgendes gesagt: Lieber Gott, jetzt bin ich hier bei Deiner Mutter, aber zu Hause habe ich die größten Schwierigkeiten mit meiner eigenen Mutter. Liebe Muttergottes, ich bete nie wieder ein “Gegrüßet seist Du Maria", wenn du nicht hilfst, die Situation zu Hause zu entschärfen."

“Ich dachte, es hat doch keinen Sinn zur Muttergottes zu beten, wenn man nicht bereit ist, die eigene Mutter zu respektieren", erklärt mir Johannes. “Eine glatte Erpressung" werfe ich ein. Er lacht: “Ist auch nicht zur Nachahmung empfohlen." Das Ergebnis aber zeigt: Die Muttergottes geht auch auf kuriose “Bitten" ein. Denn eine Woche, nachdem er daheim die Arbeit wieder übernommen hat, stellt er plötzlich fest: Eine ganze Woche war ohne Auseinandersetzung vergangen. Keine Einmischung der Mutter war Grund zu einem Streit geworden und auch die Mutter hatte Bemerkungen des Sohnes, die sie sonst verärgert hatten, einfach überhört. Johannes war großzügiger geworden, die Mutter gelassener. Und so blieb es auch. Eine Heilung hatte stattgefunden. Also Bahn frei für die nächsten “Gegrüßet seist du Maria".

Dies war die erste bewußt erlebte Gebetserhörung. Ähnliche Glaubenserfahrungen werden folgen, obwohl er weiterhin kein eifriger Beter oder Kirchgänger ist: etwa die scheinbar unmögliche geistige Heilung eines Freundes, der sich umbringen möchte. Zum ersten Mal beschließt Johannes, den Rosenkranz zu beten, obwohl er das für ein Altweibergebet hält. Er ruft Freunde und auch die nicht-religiösen Eltern des jungen Mannes an, damit sie alle für ihn beten. “Wenn das nicht hilft, bete ich nie wieder einen Rosenkranz, dachte ich in meiner naiven untheologischen Sichtweise", stellt er lachend fest und fügt hinzu: “Als besonderes Opfer betete ich mit einem Plastik-Rosenkranz. Die mag ich nämlich gar nicht."

Als er den Freund wiedersieht, ist dieser tatsächlich wie ausgewechselt, hat eine Umkehr erlebt und erzählt voller Hoffnung, daß er bereits auf der Suche nach einem Job sei, um seine Schulden zurückzuzahlen. Gebet hilft also wirklich, stellt Johannes fast erschrocken fest. “Was ist die Konsequenz? Ich darf nicht mehr damit aufhören. Das wäre ja unverantwortlich."

Und noch eine besondere Bitte wird erhört: Er möchte endlich einen Sinn für die Hl. Messe geschenkt bekommen, denn einstweilen verschläft er noch das meiste des Geschehens. Auch hat er immer eine Ausrede, sonntags die Messe zu versäumen: die viele Arbeit. Einige Zeit später - die Bitte hatte er vergessen - zieht es ihn eines Sonntags fast magisch in die Kirche. Er hört zu, alles spricht ihn an, er ist hell wach. Wieso ist das möglich? Da erinnert er sich: Ich habe ja darum gebetet. Von da an wird er so oft wie möglich in die Messe gehen und feststellen, daß er zwar Zeit einsetzt, dafür aber ein besseres Zeitbewußtsein bekommt.

Ein großes Vorbild beim Beten ist ihm sein Vater: Von Natur aus war dieser nicht so sanft, gelassen und großzügig, wie er ihn später kannte. Johannes vermutet, daß dies mit dem dicken Lederbuch zusammenhängt, in dem der Vater abends immer liest. So beschließt er, sich auch so ein Buch zu besorgen: Ein Brevier. Von da an betet Johannes täglich die Gebete der Kirche und erkennt immer deutlicher, daß das Gebet die Essenz des Lebens ist, die ihm viele persönliche Glaubenserfahrungen beschert.

Er denkt über seine Berufung nach und möchte ein Sabbatjahr einlegen. “Ich konnte nicht glauben, daß dieser Alltag - bis um drei Uhr morgens aufbleiben - mein Weg sein sollte. Ich fühlte mich zu Höherem berufen. Heißt es doch: wer nichts wird, wird Wirt." Sein jüngerer Bruder ist bereit, für ihn einzuspringen. “Wenn es dir gefällt, kannst du das Haus behalten. Dann weiß ich, daß es nicht meine Berufung ist,", erklärt ihm Johannes vor seiner Abfahrt nach Indien und Sri Lanka, wo er intensives christliches Leben kennenlernt.

Nach seiner Rückkehr führt er gemeinsam mit seinem Bruder Sebastian den Gasthof. Wenn alle Gäste gegangen sind, sitzen die beiden dann in der Gaststube, überdenken den Tag und beten miteinander noch das Stundengebet. Differenzen, so vorhanden, werden dabei im Nu ausgeräumt. “Durch das gemeinsame Gebet habe ich erlebt, welche Kraft es geben kann. Ich begriff, was es heißt, ein Herz und eine Seele zu sein", erinnert sich Johannes gern an diese schöne Zeit zurück. Für seinen Bruder Sebastian war diese Zeit wohl mitentscheidend für dessen Entschluß in die Gemeinschaft des Hl. Johannes einzutreten.

Was seine eigene Berufung anbelangt, läßt sich Johannes von seinem Seelsorger und auch vom Erzbischof, der ihn gut kennt, beraten. Und bald ist für ihn klar: Seine Berufung ist der Alltag hier im Gasthof. Hier kommen die unterschiedlichsten Menschen zusammen, hier kann er viele erreichen und vielen dienen. “Wir brauchen christliche Familien. Sie sind der Ackerboden aus dem Berufungen hervorbrechen," sagt ihm Erzbischof Georg Eder. “Also gut", denkt sich Johannes, “aber dann, lieber Gott, mußt du mir eine liebe Frau aussuchen."

Bis es soweit ist, hält er sich an den zweiten Ratschlag, den ihm der Priester in Lourdes gegeben hat: “Such' dir eine Gemeinschaft von Christen." So erkundet er den reichen Schatz der alten und neuen Gemeinschaften bleibt dann bei den Lorettos, wo er fast von Anfang an dabei ist. Inspiriert von Ludwig v. Montfort gründet er aber auch selber die “Gemeinschaft der Donnersöhne". Das hat folgenden Hintergrund: An den Tagen, an denen der Betrieb geschlossen bleibt, fühlt sich Johannes oft einsam. Da fällt ihm ein Wort des Papstes ein: “Wenn ihr einmal traurig seid oder einsam, dann sucht euch einen Menschen, dem es noch schlechter geht." Er beschließt also, an einsamen Tagen eine einsame alte Frau zu besuchen. Aufgrund ihrer Einsamkeit leidet sie unter vielen Ängsten. Eines Tages lädt er sie daher ein, Mitglied der “Gemeinschaft der Donnersöhne" zu werden.

Er gibt ihr einen selbstsgebastelten Mitgliedsausweis mit seiner (Not-)Rufnummer, wo sie ihn rund um die Uhr erreichen kann. Er komme dann zur Hilfe. Mit einem Schlag sind ihr Ängste weg. Als “Gegenleistung" bittet Johannes um ihr Gebet. Und plötzlich findet Angela wieder zum Gebet. Daher beschließt er, weitere alte Menschen in die Gemeinschaft aufzunehmen.

Eines Tages darf er eine wunderbare spirituelle Erfahrung machen, die ihn darin bestärkt, daß Gott zu suchen, das Wichtigste ist: Es ist drei Uhr nachts, und er geht durch den dunklen Gang zu seinem Zimmer. Plötzlich spürt er die Anwesenheit eines Engels und eine Frage steht im Raum: “Was wünschst Du Dir?" Ja was? Ein Auto oder Geld, mehr Geschäft? Nein, es muß etwas Besonderes sein. Ohne recht zu wissen, was damit gemeint ist, wünscht er sich Gnade.

Der Engel verschwindet und es ist, als würde etwas auf ihn herabrieseln. Er weiß: Jetzt ist etwas Wunderbares geschehen, er hat sich das Richtige gewünscht. Nur, was ist Gnade eigentlich? Auf der Suche nach einer Antwort auf diese Frage erfährt er, daß “Johannes" soviel heißt wie: “Gott schenkt Gnade". Und Gnade ist: Gott schenkt sich selbst dem Menschen und verändert ihn. So werden wir zu Seinen Kindern. Und so sieht sich wohl auch Johannes Wächter: als von Gott geliebtes Kind, das immer mehr Seine Liebe sucht.

Im Jubeljahr 2000 zeichnet sich eine Wende in seinem Leben ab: Johannes lernt seine hübsche Frau Theresa bei einer Wallfahrt nach Altötting kennen - und verliebt sich sofort in sie. Er solle sich ein bißchen um Theresas Seelenleben kümmern, hatte ihn ihre Schwester, die bei ihm im Betrieb aushilft, vor der Wallfahrt gebeten. Und das hat Johannes letztlich so gründlich getan, daß die beiden im Oktober des Vorjahres geheiratet haben.

Temperamentvoll erzählt mir Theresa, auch sie habe im Betrieb ausgeholfen. Wenn Johannes, damals noch ihr Chef, sie dann um 2 Uhr nachts heimbringt, fährt er meist Umwege - damit sie den Rosenkranz noch miteinander zu Ende beten können. Die Komplet haben sie schon vorher gebetet...

Man kann nicht behaupten, Johannes hätte seine zukünftige Frau im Unklaren darüber gelassen, wie wichtig ihm das Gebet ist. Theresa ist damit ganz einverstanden und bezeugt gerne, daß sie froh über seine spirituelle Führung ist. Was sie besonders an ihm bewundert, ist seine Geradlinigkeit und Beständigkeit im Glauben. Sie sieht auch, daß Besucher des Gasthofes, die eigentlich gar nicht seine religiöse Meinung teilen, immer wieder kommen, obwohl er geradezu unverschämt immer wieder über den Glauben spricht. Offensichtlich kommt seine Authentizität gut an. Er lebt so, wie er denkt, und kennt dabei keine Menschenfurcht. Gelegen oder ungelegen bezeugt er seinen Glauben.

Ein gemeinsamer Freund erzählt von den Wallfahrten, die Johannes jeden 1. Samstag im Monat von Salzburg nach Maria Plain macht. Sie hat eine Vorgeschichte: Der Irakkrieg steht vor der Tür. Johannes ruft am Tag vor Maria Verkündigung zu einer Wallfahrt nach Maria Plain auf. 80 Leute, die teilweise durch den Rundfunk von dieser Aktion gehört hatten folgen einem historischen Rosenkranzweg zur Mutter vom Guten Rat quer durch die Stadt. Getreulich führt er diese Wallfahrten seither weiter. Bewundernd ergänzt der Freund: “Da ist es auch schon vorgekommen, daß Johannes in Begleitung von nur einem Mitbeter mit einem selbstgezimmerten Kreuz auf der Schulter mitten unter den Touristenmassen nach Maria Plain pilgert."

Um Hilfe für die Algerien-Geiseln - zwei von ihnen sind seine Verwandten - zu erbitten, besucht er im Vorjahr die Leonhardskirche (der Hl.Leonhard ist Schutzpatron der Gefangenen) bei Tamsweg. Er verspricht dem Heiligen, er werde zu seiner Hochzeit wieder hierher pilgern, falls die Geiseln freikommen. Nachdem sie tatsächlich freigelassen werden, setzt er sein Versprechen um: Am Tag seiner Hochzeit zieht er, mit einem Megaphon bewaffnet, dem Hochzeitszug voran in einer Prozession auf den Berg, auf dem die Leonhardskirche liegt, und betet den Rosenkranz vor. Oben wird dann die Hochzeitsmesse gefeiert. Die ganze Hochzeit ist ein Glaubenszeugnis: Vor der Hochzeit findet eine Nachtanbetung statt, auf der Hochzeitstafel liegen Rosenkränze - und die Hochzeitsreise geht nach Rom. Dort bekommen die Jungverheirateten den Segen des Papstes.

In der Ehe hat Johannes nun seine tiefste Gemeinschaft gefunden. Gemeinsam sind Theresa und er nun für die Menschen da, die ins Haus kommen. “Ob Jude,Heide oder Christ willkommen sei wer hungrig ist", ist auch ihr Motto. Für sie alle gibt es auch geistige Nahrung : Von Vorträgen und Gesprächen bis zu Feiern aller Art. Für Johannes ist der katholische Glaube die modernste, offenste ja einzige Religion die er aber stark bedroht sieht. So ist er zu ihrem Wächter geworden und macht damit seinem Namen alle Ehre . Ein Wächter, so meint er, darf keine Furcht davor haben, vor dem Feind zu warnen, er muß immer wachsam sein. Zur Wachsamkeit aber gehört ganz wesentlich das Wachsen. “Das Wachsen im Glauben, war auch der dritte Rat des Priesters in Lourdes gewesen. Man kann nicht gläubig sein, ohne im Glauben, das heißt in der Liebe, zu wachsen." Wachsen braucht auch warten. Gewartet hat er sehr lange auf seine Theresa und gemeinsam mit ihr bis zur Hochzeit wie es die Kirche empfiehlt.

Wesentlich für dieses Wachstum war und ist seine Familie sowie die Erfahrungen die er in den verschiedenen neuen Gemeinschaften sowie bei der Anbetung und dem Rosenkranzgebet macht. All das spürt man, wenn man sein Haus betritt, es schwingt in seiner ganzen, einerseits humorvollen andererseits sehr bekennenden, ehrlichen und überzeugenden Persönlichkeit mit: wohl ein seltenes Original. Daher stimmt, was man hört: hier erlebt man eine Herberge im guten christlichen Sinn. Man merkt, daß Johannes großen Wert auf die echte Gastfreundschaft zum Unterschied von der Gastfreundlichkeit, von der in vielen Hotelprospekten die Rede ist, legt. “Freundschaft ist kompromißlos. Freundschaft ist ein Geschenk und auch eine Entscheidung. Egal, wer daherkommt: Priester oder Nonnen, “Zwiderwurzen" oder Nörgler, im Glauben zu mir passend oder nicht, ich biete allen meine Gast-Freundschaft an. Ich lebe mit den Menschen mit. Wenn ich sehe, einer hat Probleme oder ist krank, dann muß ich für ihn beten und fasten."

Doch nicht nur das Wohl seiner Gäste ist ihm ein Anliegen: wo Not auftaucht, hilft er. Bescheiden in seinem Lebensstil gibt er weiter, was er nicht unbedingt braucht.

Übrigens: wir freuen uns schon auf den neuen Erdenbürger, der im Haus Wartenberg im heurigen Jahr erwartet wird.